Präqualifikation

Das Vergaberecht verlangt bei öffentlichen Aufträgen eine Vielzahl von Nachweisen und Dokumenten, mit denen die Unternehmen bei jeder einzelnen Ausschreibung ihre Eignung (Fachkunde, Zuverlässigkeit und Leistungsfähingkeit) dokumentieren müssen. Das Einholen, Zusammenstellen und Prüfen dieser Unterlagen bindet sowohl bei den Unternehmen als auch bei den öffentlichen Auftraggebern Personal, verursacht Kosten und führt mitunter zu Fehlern und Missverständnissen im Zuge der Vergabeverfahren.

Im Zusammenhang mit den Bestrebungen zur Entbürokratisierung hat daher eine Arbeitsgruppe unter der Federführung der Bundesministerien für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) sowie für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) eine Konzeption für ein Präqualifikationsverfahren erarbeitet .

Die Grundzüge eines derartigen Präqualifikationssystems sind in der Leitlinie des BMVBW für die Durchführung eines Präqualifizierungsverfahrens vom 25.04.2005 festgeschrieben.

Unter Präqualifikation ist die vorgelagerte, auftragsunabhängige Prüfung verschiedener Eignungsnachweise auf der Basis der in § 8 VOB/A definierten Anforderungen und einzelner zuständiger Kriterien zu verstehen.

Dies bedeutet, dass Bauunternehmen, die Angebote bei öffentlichen Auftraggebern abgeben, zukünftig ihre grundsätzliche Eignung gegenüber einer Präqualifizierungsstelle nachweisen und damit auf das Einreichen der üblichen Eignungsnachweise bei jedem einzelnen Angebot verzichten können. 

Bei den für eine Präqualifikation erforderlichen Nachweisen handelt es sich vornehmlich um jene Dokumente, die weitgehend unabhängig von den jeweils auszuführenden Gewerken sind, z. B. Eintragung in das Berufsregister, Anmeldung zur Berufsgenossenschaft, Angaben zur Zahl der Mitarbeiter in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren usw. Hinzu kommt die Angabe von Leistungsbereichen, für die sich die Unternehmen mittels Nachweis von Referenzobjekten präqualifiziert haben. 

Es bleibt den ausschreibenden Stellen unbenommen, weitere, speziell für die konkret zu vergebende Bauleistung erforderliche Nachweise anzufordern und in die Angebotswertung einzubeziehen. Die durch eine Präqualifikation abgedeckten Eignungsnachweise müssen jedoch seitens der Unternehmen nicht mehr gesondert vorgelegt werden. Künftig haben die Unternehmen die Wahl, ob sie auf eine Präqualifikation verzichten und statt dessen wie bisher bei jedem Angebot Einzelnachweise zur Verfügung stellen.

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