Clusterinitiative Holzbau in Hessen

Seit Juni 2015 verstärkt der Holzbau in Hessen durch eine Clusterinitiative
Holzbau und Ausbau seine Aktivitäten. Federführend bei der Initiative ist der
Verband Hessischer Zimmermeister e. V. (VHZ). Mit Unterstützung der Hessen
Agentur GmbH und unter Förderung des hessischen Wirtschaftsministerium sowie der Europäischen Union wird zunächst in sieben Landkreisen Nord- und
Mittelhessens geprüft, inwieweit ein Holzbaucluster sich dauerhaft wirtschaftlich etablieren kann. In dem vom Projekt vorgesehenen Gebiet konzentrieren sich eine Reihe von Betriebe des Holzbaus, der Sägeindustrie, der Werkstoffindustrie und des Fertighausbaus.
Das Land Hessen verfügt über ausreichend Waldflächen, mit ca. 42 % ist es das waldreichste Bundesland in Deutschland. Der Waldanteil in der Projektregion liegt sogar noch ca. 5 % über dem Durchschnittswert in Hessen und belegt mit ca. 44 % einen Spitzenwert in Deutschland. Die Forstwirtschaft als Rohstofflieferant für die verschiedenen Zweige der Holzwirtschaft verfügt damit über hervorragende Ressourcen, so dass innerhalb dieses Wirtschaftsraumes ausreichende Mengen der verschiedenen Holzarten in Bezug auf die Produktionsausrichtung der regional ansässigen Verarbeitungsunternehmen in der ersten Verarbeitungsstufe wie Buchen- oder Fichten-Sägewerke zur Verfügung stehen.
Zu den ausgewählten Landkreisen in der Pilotphase gehören:

  • Landkreis Kassel und Stadt Kassel
  • Landkreis Waldeck-Frankenberg
  • Landkreis Marburg/Biedenkopf
  • Landkreis Lahn-Dill
  • Landkreis Gießen
  • Landkreis Vogelsberg
  • Landkreis Fulda

Die Gründungspartner Holzbau Deutschland, Verband Hessischer Zimmermeister e.V. (VHZ), das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Bubiza) und Moering Engineering, Ingenieurbüro Holzwirtschaft (ME) haben unter Federführung des VHZ Antrag auf finanzielle Unterstützung in der Anlaufphase beim hessischen Wirtschaftsministerium gestellt.
Die Hessen Agentur begleitet das Vorhaben seitens des Landes und berät in den einzelnen Entwicklungsschritten die Akteure.
Das Cluster soll in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbeirat Holz Hessen besonders in der Öffentlichkeitsarbeit die Betriebe des Clusters unterstützen. So werden neben Aktivitäten im Internet auch Messeauftritte, regionale Veranstaltungen und Fachveranstaltung entwickelt und umgesetzt. Hauptaufgabe ist dabei immer eine Stärkung der Betriebe, deren Unterstützung bei Kooperationsvorhaben sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Darüber hinaus werden auch die Hilfe bei der Suche nach Fördermöglichkeiten und der Beschaffung von Zuschüssen als Arbeitspakete aufgenommen.
Eine bereits in 2012 durchgeführte Analyse der Clusterlandschaft in Hessen durch die Hessenagentur zeigt, dass das bedeutendstes Aufgabenfeld eines Clusters für die Betriebe der Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die Vernetzung untereinander darstellen. Insgesamt 86 % der Netzwerke bewerten dieses Aufgabenfeld als „sehr wichtig“. Ein weiteres bedeutendes Arbeitsfeld ist der Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. An dritter Stelle stehen die Aus- und Weiterbildung sowie Maßnahmen zur Fachkräftesicherung.

Weitere bedeutende Felder sind gemeinsame Marktbearbeitung, Technologieentwicklung und der Technologietransfer, Innovation sowie
Projektmittelakquisition und der Zugang zu öffentlichen Förderprogrammen.
Aus den Erfahrungen bereits bestehender Holz-Cluster kann die Clusterinitiative Holzbau und Ausbau in Hessen wichtige Impulse ableiten und in die zukünftige Arbeit aufnehme.
So wurden in einer Studie des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden Württemberg „Handwerk ins Cluster“ sieben Gründe identifiziert, warum es sich besonders für Handwerksbetriebe lohnt, in einem Cluster engagiert zu sein:

  • Unterstützung. Kontaktevermittlung, Informationen und Beratungen auch außerhalb des Handwerks.
  • Cluster bieten einen Kompetenzpool. Durch die Vernetzung mit Experten aus der Wissenschaft und Industrie, kommen Handwerksbetriebe leichter an zusätzliche Ressourcen heran.
  • Handwerksunternehmer profitieren in der Clustergemeinschaft von besseren Kontakten zu regionalen Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft.
  • Schaffung einer größeren Transparenz im regionalen  Wirtschaftsgefüge. Daraus können Betriebe neue Kundengruppen und Märkte auch außerhalb der Region und der Branche erschließen.
  • Clustergemeinschaften erleichtern die regionale Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, Zulieferern und Politikern.
  • Die Vielzahl potenzieller Arbeitgeber innerhalb einer Region mit Clusterinitiativen ist attraktiv und lockt überregionale Fachkräfte ins Handwerk.
  • In einer Clustergemeinschaft können sich Handwerksbetriebe vermarkten und internationalisieren – so zum Beispiel auf Messen und Unternehmensreisen.

Im Clustern sind Formen der Kooperation möglich, die den Betrieben, die nicht vernetzt sind, kaum offen stehen, so lautet das Fazit der Studie. Dies sind z. B. bessere Einkaufskonditionen, gemeinsame Marketingaktivitäten und Messeauftritte, gemeinsame Forschungsprojekte und Technologietransfer.
Für den Holzbau in Hessen bedeutet die Schaffung dieses Holzbauclusters eine konkrete Unterstützung um die Herausforderungen der Zukunft, egal ob es sich um demografischer Einflüsse, Ressourcen- und Umweltschonung
oder Technologiewandel handelt, besser bewältigen zu können.

"Investition in Ihre Zukunft"

Investitionen dieses Unternehmens wurden von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Hessen kofinanziert