Bei der Fachtagung von proHolz Baden-Württemberg sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann: "Holzbau ist nicht die Kür, sondern Pflicht." 

Kretschmann sprach vor 450 Architekten, Ingenieuren und Holzbauexperten. Die Holzbau-Initiative seines Bundeslandes umfasst 13 Maßnahmen und Impulse:

  • Für 17 Mio. € sollen bis 2023 Impulse für den Holzbau gegeben werden
  • Bauten des Landes vorwiegend in Holz- und Holzhybridbauweise
  • Klimarelevante Kriterien in öffentliche Ausschreibungen
  • Informationsoffensive zum Bauen im Bestand
  • Stärkung der Holzbauforschung
  • Entwicklung von Konzepten zur urbanen Nachverdichtung
  • Baukostenindex soll Gebäude über gesamten Lebenszyklus vergleichen
  • Bildungsoffensive

In seinem Vortrag führte er aus: „Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir beim Bauen umdenken und soweit wie möglich Beton durch Holz ersetzen. Innovativer Holzbau ist ein Konzept, das nachhaltig, sozial und klimaverträglich Wohnraum schafft, vor allem dort, wo der Platz knapp ist."

Er zitierte den Klimaforscher Schellnhuber: "Wir könnten uns herausbauen aus dem Klimaproblem." 

Die Zuhörer forderte auf, gemeinsam den Holzbau  von Baden-Württemberg aus zur Bauform des 21. Jahrhunderts zu machen. "Lassen Sie uns das Bauen gemeinsam neu denken!"

Kretschmanns Rede im Video

Handwerk 4.0 in Wetzlar

Chancen der Digitalisierung für das Handwerk in Hessen

Projekt DigiGuides soll Handwerksbetriebe durch den Digitalisierungs-Dschungel führen.

Digitalisierung in Handwerksbetrieben – wie kann das gehen? Diese Frage stand am Freitag im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung der Arbeitgeberverbände des Hessischen Handwerks e.V. (AHH) in Wetzlar.

AHH-Präsident Jochen Honikel machte vor rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Handwerksbetrieben, Politik und Wirtschaft die Wichtigkeit der Fachverbände für die Digitalisierung im Handwerk deutlich: „Gerade die Handwerksbetriebe, die sich in Verbänden und Innungen freiwillig organisieren, beobachten die Wichtigkeit der Digitalisierung und ihre Folgen noch genauer und entwickeln neue Ideen, um das Handwerk insgesamt voranbringen. Der Handwerker kann nur dann erfolgreich sein, wenn er heute die Chancen der Digitalisierung nutzt und Geschäftsmodelle für die Zukunft entwickelt. Dabei steht er vor besonderen Herausforderungen: Unsere Branche ist geprägt von kleinen und mittleren Betriebsgrößen. Natürlich haben wir keine Spezialabteilung, die sich den ganzen Tag mit IT beschäftigt. Oftmals ist es bei uns der Meister selbst oder ein Familienmitglied, das eine Affinität zu Digitalisierungsfragen hat. Er oder sie kümmert sich dann selbst um die Digitalisierung des Betriebs. Deshalb wollen wir den Betrieben mit dem Projekt „DigiGuides“ helfen, den Dschungel der Digitalisierungs-Möglichkeiten zu durchleuchten.“

Das Projekt „DigiGuides“ wurde im Jahr 2018 von den 30 handwerklichen Fachverbänden in Hessen, die sich zu den Arbeitgeberverbänden zusammengeschlossen haben, ins Leben gerufen. Es läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium maßgeblich gefördert.
Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir warb dafür, die digitalen Technologien entschlossen zu nutzen: „Die Digitalisierung hat begonnen, unser Wirtschaftsleben zu revolutionieren. Auch Handwerkerinnen und Handwerker können von diesen Technologien enorm profitieren und sich neue Chancen erschließen. Die Landesregierung bietet dafür umfassende Unterstützung von der Beratung bis zum Investitionszuschuss an, und die DigiGuides sind
eine sehr gute Ergänzung für eine wichtige Zielgruppe. Das hessische Handwerk floriert gerade; das ist die beste Zeit, um die Basis für den Erfolg von morgen zu schaffen.“

Im Anschluss warb Prof. Dr. Klemens Skibicki für einen unverstellten und mutigen Blick auf die digitale Zukunft. Er machte deutlich, dass so gut wie alle technischen und medialen Neuerungen in ihrer Zeit zunächst auf große Skepsis stießen – zum größten Teil heute aber nicht mehr wegzudenken seien, wie z.B. das Mobiltelefon oder das Internet. Man müsse sich den rasenden Veränderungen stellen und aktiv teilnehmen – das gelte
insbesondere auch fürs Handwerk.
In insgesamt acht Workshops konnten die Handwerksbetriebe sich dann selbst ein Bild von den Digitalisierungs-Möglichkeiten machen. Der Einsatz von Datenbrillen, das digitale Büro oder Smart Buildings – zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und Facetten der Digitalisierung im Handwerk wurden den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Stadthalle Wetzlar näher gebracht. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine breit aufgestellte und informative Ausstellung von zwölf Firmen und Projekten.

Die Arbeitgeberverbände des Hessischen Handwerks sind der Zusammenschluss von 30 handwerklichen Fachverbänden, in denen rund 15.000 Betriebe freiwillig organisiert sind.

AHH-Präsident Jochen Honikel macht die Wichtigkeit der Digitalisierung deutlich.
Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir wirbt für die entschlossene Nutzung der neuen Techniken.
Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir beim Erkunden virtueller Welten.

PLW 2018 - Profis leisten was!

Von links nach rechts: Ausbildungsleiter Sascha Brück, 1. Sieger Patrick Steinbach, 3. Sieger Bennet Bietz, 2. Siegerin Dorothea Dönges und Jurorin Petra Rinn.

Sieben hessische Zimmerinnen und Zimmerer traten am 22.9.2018 zum Landesentscheid der Zimmerer im Bundesbildungszentrum an. Gefordert war das Austragen, Anreißen, Ausarbeiten und Aufrichten einer Walmecke mit geneigter Traufe. Nach einem langen Tag erfolgte die Bewertung durch die Juroren Petra Rinn, Clemens Schneider und Sascha Brück:

1. Platz: Kammer- und Landessieger: Patrick Steinbach aus Hasselroth – Firma Josef Steinbach, Hasselroth (Kammerbezirk Wiesbaden)

2. Platz: Kammersiegerin: Dorothea Dönges aus Battenberg – Firma Bredemeier & Gräbing, Bad Wildungen (Kammerbezirk Kassel)

3. Platz: Bennet Bietz aus Haiger – Firma Ax Holzbau, Dillenburg (Kammerbezirk Wiesbaden)

Wir sagen allen Teilnehmern - auch denen, die nicht auf's Treppchen kamen - einen herzlichen Glückwunsch für's Dabeisein. Es gehört schon Einiges an Konzentration und Zielstrebigkeit dazu, so weit zu kommen. Respekt! Wenn Sie mit dem gleichen Elan und Durchhaltewillen in Ihrem Beruf so weiter machen, können Sie im Zimmererhandwerk sehr gut aufsteigen. Alles Gute für Ihren weiteren Weg!

Glückwunsch auch an die Ausbildungsbetriebe, die Lehrmeister im Ausbildungszentrum und die Berufsschullehrer, die den erfolgreichen Berufsnachwuchs begleitet und gefördert haben.

 Übrigens: Was früher bieder "PLW - Praktischer Leistungswettkampf" hieß, nennt sich heute "Profis leisten was!" Stimmt ja!

Absturzsicherungen

Viele Zimmerer hatten auf der Dach + Holz 2018 in Köln die Demonstrationsbaustelle von BG BAU, Holzbau Deutschland und dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks gesehen. Wer nicht auf der Messe war, konnte sich einen kleinen Eindruck davon in einem kurzen Video verschaffen. Seit einiger Zeit gibt es ein besseres, kommentiertes Video auf Facebook.

Unter dem Video stehen sehr viele negative Kommentare von Facebook-Nutzern. Jeder Zimmerer entwickelt aus seinen eigenen Erfahrungen heraus eine Haltung zu den empfohlenen Maßnahmen. Wir alle sind uns einig, dass jeder Unfall einer zu viel ist. Die empfohlenen Maßnahmen bedeuten für die meisten Zimmerer Veränderungen in den gewohnten Abläufen und sicher auch einen Mehraufwand. Mancher versucht sich dagegen durch Abqualifizierung oder Verächtlichmachen zu wehren. Nur: dass wir Zimmerer nicht so weiter machen können wie bisher, ist uns seit 2013 bekannt. Wer gleich sagt "Quatsch! Geht nicht!" macht es sich zu einfach. Wer bessere Vorschläge hat, soll sie einbringen, anstatt zu nörgeln. Kreativität ist gefragt. Betrachten wir die BG BAU als Partner, der gemeinsam mit uns nach Lösungen für unseren anspruchsvollen Arbeitsalltag sucht. Seit 2013 ist außerdem eine Menge passiert. Die Hersteller von PSAgA haben ihre Produkte verbessert. Auch die BG BAU hat sich bewegt und Jahrzehnte lang geltende Tabus wie die Sicherung am Kran (mit Personensicherungsmodus) aufgegeben. Alles, damit wir eine größere Auswahl von Möglichkeiten zur Sicherung in unseren vielfältigen Arbeitssituationen bekommen.

Holzbau Deutschland - Verband Hessischer Zimmermeister und das Bundesbildungszentrum beteiligen sich am "Runden Tisch" von BG BAU und den Zimmerer-Verbänden. Wir wollen nicht gleich "Geht nicht!" sagen, sondern lieber nach neuen Lösungen suchen, die den Zimmerer-Alltag sicherer machen. In der Zeitschrift "Der Zimmermann" werden immer wieder mögliche neue Maßnahmen vorgestellt.

Die Umsetzung in der Praxis erfordert einen Bewusstseinswandel und wird daher Zeit brauchen. Jeder Zimmerer- und Holzbaubetrieb muss seinen eigenen Weg finden. Was für den einen richtig ist, funktioniert beim anderen vielleicht nicht gleich optimal. Dann muss eine andere Lösung gefunden werden. Grundsätzlich denken wir schon, dass ein Mehr an Vorfertigung den Betrieben einen Innovationsschub bringen wird.

Nach Umbau und Erweiterung des Bundesbildungszentrums wird die Vorfertigung und Montage von Wand-, Decken- und Dachelementen auch ganz praktisch in die Ausbildung, die Meisterkurse und Seminare aufgenommen.

Wir freuen uns, wenn sich Zimmerer auf den Weg machen und Aufenthalte an Absturzkanten durch verstärkte Vorfertigung am Boden minimieren wollen. Bitte nicht entmutigen lassen, wenn beim ersten Mal noch nicht gleich alles optimal klappt. Wer erinnert sich noch an sein erstes Holzhaus vor Jahrzehnten? Auch da haben wir Zimmerer aus Fehlern gelernt und sind immer besser geworden.

Machen wir uns auf den Weg!

Das Deutsche Baugewerbe - Lobbyfilm

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